Anna Julian Mendlik: Dante im Darkroom
Die Gedichte in »Dante im Darkroom« bewegen sich zwischen der Ikonographie der Göttlichen Komödie und Räumen queerer Sexualität — Darkroom und Paradies werden zu Spiegelbildern, zwischen Safeword und Gebet, und behalten die Gegenwart im Blick. Ihre Sprache greift Songtexte auf, fließt multilingual, zwischen liturgischer Feierlichkeit und zeitgenössischem Slang. Die Worte und die Dinge, ihre Beziehungen geben die Bewegungen der Gedichte vor.
»Dante im Darkroom« durchquert mythologische und biblische Landschaften, benennt sexuelle Praktiken als liturgische Akte, kartiert römische Orte von Gewalt und Begehren. Sappho, Eurydike und Proserpina: Die mythologischen Figuren, die den europäischen Kanon grundieren, werden neu aufgestellt und in Beziehung gesetzt: Nähe entsteht durch Begehren und Neugier. Erlösung gibt es nicht jenseits des Körpers, sondern in und mit ihm — in der Verletzbarkeit, im Konsens, im gemeinsamen Atem.
Gedichte: Anna Julian Mendlik
Lektorat: Jo Frank
Gestaltung: Typografie · im · Kontext
Reihe: Edition Belletristik
Ausführung: Französische Broschur
Seiten: 128 • Format: 19 x 12,5 cm
ISBN: 978-3-910320-11-6
1. Auflage: 2026
Stimmen zum Buch:
»Dante im Darkroom«: Porträt über Lyrikerin Anna Julian Mendlik von Corinne Orlowski in der Lesart Deutschlandfunk Kultur (26.05.26)
»Diese Lyrik schreibt die großen Erzählungen des Kanons aus einer queeren Gegenwart heraus weiter und zeigt, wie beweglich Mythos sein kann, wenn die Körper, die ihn bevölkern, selbst sprechen dürfen.« schreibt Alexandru Bulucz in »Es werde Neonlicht« (buchkultur, 04/2026, S. 37)