SCHAM (Lea Schneider)
Der Text befragt Scham als ein Machtinstrument, das domestiziert und unterdrückt — aber auch als ein Potenzial, das Werkzeug oder Waffe sein kann.
„Scham ist der große Stillmacher“, schreibt Lea Schneider, und arbeitet in ihrem Essay gegen die Scham, mit der Scham, trotz der Scham an Sprech- und Sprachfähigkeiten im Gedicht. „Scham ist ansteckend“, schreibt sie, und nähert sich ihr an. Der Scham und der Ansteckung. „Scham ist ein Wissen, das dem Körper gehört“ und sie macht den Körper verhandelbar.
Lea Schneider befragt die Scham als ein Machtinstrument, das domestiziert und unterdrückt – aber auch als ein Potenzial, das Werkzeug oder Waffe sein kann. Sie erkundet die Kompliz*innen der Scham: Gender, Sexualität, vor allem aber die Konvention, sich anderen gegenüber niemals bedürftig zu zeigen. In Gedichten findet sie etwas anderes: Die Möglichkeit, Scham umzuformulieren, in Offenheit, Interesse und Begegnung mit dem eigenen Begehren und dem der anderen. Scham zu bewohnen, sich radikal verletzbar zu machen, wird zu einem Modus der Kritik, des Vertrauens und Zutrauens. Ein Plädoyer, die Scham neu zu denken, sie überhaupt zu denken.
Essay: Lea Schneider
Lektorat: Jo Frank
Gestaltung: Typografie · im · Kontext
Reihe: Edition Poeticon
Ausführung: Softcover
Seiten: 48 • Format: 15 x 9 cm
ISBN: 978-3-945832-48-6
1. Auflage: 2021 • 6. Auflage: 2026